Turnverein Germania 1923

 Düppenweiler e. V.

 

 

 

 

Wie wir wurden, was wir sind ...

 

 

Unser Turnverein besteht seit mittlerweile fast 100 Jahren. In dieser Zeit haben die vergangenen Generationen -Mitglieder, Vorstände und Gönner- viel Herzblut in den Verein investiert. Ein Engagement, dass heute leider nicht mehr selbstverständlich ist. All das, was wir heute kennen, ist einst aus bescheidenen Anfängen entstanden.

 

 

 

Gründung und Vorkriegsjahre 


Es war an einem Sonntagnachmittag im Monat Mai 1923 als der Turnverein Germania 1923 Düppenweiler gegründet wurde. Die Hauptgründer kamen von auswärts aus anderen Turnvereinen: Josef Steffen vom TV Germania Dillingen, Josef Leidinger vom TV Nalbach und Peter Dräger vom TV Haustadt. An der Gründungsversammlung nahmen etwa 25 turnbegeisterte Männer und Jugendliche teil, die den Jahn'schen Turnergeist auch nach Düppenweiler tragen wollten . Der erste Vorstand wurde gebildet von Franz Kratz (1. Vorsitzender), Peter Dräger (2. Vorsitzender), Josef Leidinger (Kassenwart und Schriftführer) und Josef Steffen (Oberturnwart).

 

 

Es waren wohl auch keine rosigen Zeiten in den zwanziger Jahren, die überschattet waren von Arbeitslosigkeit und Inflation. Die ersten Turngeräte waren Marke Eigenbau und geturnt wurde im Autoschuppen im Jungenwald. Der Verein nahm trotz dieser Schwierigkeiten einen raschen Aufschwung. Unter Turnwart Josef Steffen beteiligten sich einige Mitglieder des jungen Vereins am Turnfest in Püttlingen und zeigten dort ihr Können. 1924 veranstaltete der Verein sein "erstes" Schau- und Werbeturnen, an dem auch zahlreiche andere Vereine teilnahmen. Im gleichen Jahr wurde innerhalb des Vereins eine Fußballmannschaft gegründet. Im Jahr 1925 setzte der Verein ein Mahnmal zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges 1914-1918. Diese Ehrentafel mit den Bildern der Gefallenen wurde im Fotohaus Korn in Dillingen unter Mithilfe von Josef Steffen hergestellt. Für Düppenweiler war es ein großer Tag. Viele Turnvereine waren anwesend und zeigten turnerische Vorführungen. Es folgten harte Aufbaujahre. Zum ersten Mal beteiligte sich der Verein 1928 an einem deutschen Turnfest, dass in Köln statt fand. In den folgenden Jahren wurde durch den Lehrer Lampert eine Handballmannschaft gegründet (1929) und unter Leitung von Leo Lattwein enstand 1933 die erste Damenabteilung. 

 

1935 nahm der Verein an der 75-Jahrfeier der Deutschen Turnerschaft in Coburg teil. Die Deutsche Turnerschaft wurde dort aufgelöst und und ging später in dem "Deutschen Reichsbund für Leibesübungen" auf. Die NS-Zeit war geprägt von staatlichen Vorgaben und brachte zahlreiche Schwierigkeiten mit sich. Es war verboten, jüdische Mitglieder zu haben und die Turnvereine sollten mit der NSDAP und dem Stahlhelm in enge Verbindung gebracht werden. Der 2. Weltkrieg brachte dann auch für den Turnverein große personelle Verluste mit sich. Viele Turnbrüder waren nicht mehr heingekehrt.

 

 

Neugründung und Nachkriegszeit

 

Nach Ende des Krieges standen die Turner vor dem Nichts. Die Turngeräte waren größtenteils abhanden gekommen und die Vereinskasse war leer. Zudem war es nur möglich, das Vereinsleben quasi „unter der Hand“ aufleben zu lassen, da die politisch Verantwortlichen damals ein Vereinsleben mit dem Aufdruck „Turnen“ nicht duldeten. Da der frühere Name deas Vereins und das Wort „Turnen“ nach den damaligen Bestimmungen nicht mehr geführt werden durfte, wurde als Überbrückung eine Sportgemeinschaft gegründet. Vertreter der Abteilung Turnen in dieser Sportgemeinschaft waren Hermann Puhl und Johann Fries. Am 12.01.1949 wurde dann der Beschluss gefasst, als Turner aus dieser Sportgemeinschaft auszutreten und durch einen Antrag an die Regierung des Saarlandes wieder das zu werden, was sie auch vorher waren: der Turnverein „Germania 1923“ Düppenweiler. Ein neues Vereinskapitel begann unter dem 1. Vorsitzenden Hermann Puhl. In der immer noch bestehenden Sportgemeinschaft wurde gemeinsam mit großen Mühen der Sportplatz in der Gemarkung Jungenwald angelegt. Unter Oberturnwart Heinrich Reiter und Turnwart Josef Steffen stieg der Turnbetrieb stetig an.

 

Blütenfest

Erster kultureller Höhepunkt nach dem Krieg war das Blütenfest am 01. Mai 1949 auf dem Litermont. Erstmals durfte die Vereinsfahne wieder öffentlich getragen werden wozu der Ministerpräsident Johannes Hoffmann trotz heftigen Widerstands die Genehmigung erteilte.

 

In den 50er und 60er Jahren wurde viele Gruppen und Veranstaltungen ins Leben gerufen, die wir noch heute kennen: Zunächst entwickelte sich in den 50er Jahren eine starke Leichtathletikgruppe im Verein. Josef Paulus, Walter Schommer und Josef Bosch waren einige der herausragenden Leichtathleten. Im Jahr 1958 wurde durch Frau Fellinger eine neue Trainingsgruppe ins Leben gerufen, die Hausfrauenabteilung. Die Abteilung wurde von Käthe Scheid, später Anni Zimmer übernommen und wird heute wie seit vielen Jahren von Erika Vytacil betreut. Aufgrund der Vielzahl der Turnerinnen hat sich im Laufe der Jahre eine zweite Gruppe „Gymnastik und Tanz“ gebildet, die von Ludwig Dewes trainiert wird. 1959 wurde unter Leitung von Albert Heinz eine Mädchenturnriegen gegründet. Im Laufe der Zeit sollte das Mädchenturnen ein wichtiger Bestandteil im Vereinsleben werden. Zu gleichen Zeit war auch die Männerturnriege des Vereins überaus erfolgreich unter der Leitung von Heinrich Reiter. Im Jahr 1965 wurde die Volleyballabteilung von Hermann Klein gegründet. 1969 fand das erste Zeltlager statt, zunächst in der Gemarkung „Drei Eichen“.

 

Auch danach kamen neue  Sportarten kamen dazu: So wurden die Sparten Tanzgruppe, Mutter-Kind-Turnen, Volkswandern und Volkslauf, Orientierungslauf, Tischtennis, Ski-Abteilung, Triathlon, Kraftsport usw. gegründet. Bei der Sparte Orientierungslauf war der Turnverein sogar der Entwicklung des Saarländischen Turnerbundes voraus. Bereits 1973 wurde die Sparte Orientierungslauf ein fester Bestandteil des Turnvereins Germania 1923 Düppenweiler. Erst Jahre später folgte der Saarländische Turnerbund. Ähnlich war es mit Volleyball. Nur die Gründung der Sparte Tennis war ein Flop, weil die Gemeinde die Errichtung von Tennisplätzen am Pützweiher nicht erlaubte. 

 

 

Spielmannszug


Zum  Turnverein gehörte auch ein Fanfaren- und Spielmannszug. Der Wiederaufbau begann 1951. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Spielmannszug zu einer leistungsstarken Gruppe, die überall Freude bereitete. Anfang der siebziger Jahre wurde der Spielmannszug wieder eingestellt.

 

Die Vielfältigkeit des Turnens zeigt sich auch bei den alle vier Jahre stattfindenden Turnfesten auf Landes- und Bundesebene. Bei den deutschen Turnfesten finden sich die Vereine aus ganz Deutschland zusammen und man kann, neben dem Vergleich seiner eigenen Leistung, auch den Werdegang der anderen Vereine beobachten. Bereits im Gründungsjahr 1923 haben Mitglieder des Vereins an einem Turnfest teilgenommen. 1929 nahm der Verein zum ersten Mal an einem deutschen Turnfest teil, dass in Köln stattfand. Diese Tradition hat sich bis heute gahalten. Dazu kommen Gauturnfeste, an denen sich der Verein beteiligte und gemeinsame Fahrten. Dass die Turngemeinschaft das Gesellige nicht vernachlässigt, zeigt auch das Organisieren von Faschingsumzügen, Wanderungen und Weihnachtsfeiern.

 

Vereinsfahne


Bei der großen Aufwärtsentwicklung des Turnvereins erschien die Frage einer neuen Vereinsfahne immer dringender. Durch eine Spendenaktion vieler Gönner und Mitglieder konnte dieser Wunsch verwirklicht werden. 1966 fand die Fahnenweihe mit großem Pokal- und Schauturnen statt. Das Fest stand unter dem Protektorat von Ministerpräsident a. D. Johannes Hoffmann. Beteiligt waren mehrere andere Vereine und eine Auswahlriege von Turnern.

 

 

Die vordere Fahnenseiten zeigt das Vereinswappen des des Turnvereins mit seinen schönen Farben. Während die Grundfarbe der Vorderseite aus rotem Sand besteht, ist als Farbe der Rückseite schwarzer Samt gewählt worden. Das Wappen zeigt den "Grauen Stein" auf dem Litermont, Tannen, die auf unser schönes und waldreiches Düppenweiler hinweisen sollen und die aufgehende Sonne mit den 4F. Um dieses Motiv steht auf zwei geschwungenen Schleifen in Goldschrift Turnverein "Germania" e. V. Düppenweiler. 1923 ist das Gründungsjahr, 1966 das Jahr der Fahnenweihe. Die Buchstaben STB (Saarländischer Turnerbund) und DTB (Deutscher Turnerbund) weisen auf die Zugehörigkeit des Vereins hin. In der Mitte der Rückseite steht das Wahrzeichen des Vereins, die "Germania" mit dem Eichenkranz in der Hand. In der Ecke der Fahne stehen die vier großen Turnworte "Frisch, Fromm, Froh, Frei".

 

 

Leider ist auch nicht immer Zwiespalt in einem Verein zu vermeiden. Der Turnverein hat dies ausgerechnet im Jahr 1978 getroffen, als die Leichtathletik eine Blütezeit erlebte. Da eine Einigung trotz mehrerer Versuche nicht zu erzielen war, spaltete sich eine Gruppe ab und meldete einen eigenständigen Verein an. Geboren wurde der LSC (Leichtathletik Sport Club) Düppenweiler. Nach langsamer Annäherung wurden 1981 in gemeinsamen Gespächen die Weichen einer friedfertigen Co-Existenz gestellt. Nicht nur der LSC ist aus dem Turnverein entstanden, sondern auch der TRI-Sport Saar Hochwald, ein Triathlon Verein mit fast 100 Mitgliedern.

 

In den Achzigern durfte sich der Turnverein über die neue Kultur- und Sporthalle freuen. Mit der neuen Halle waren auch mehr Platz und bessere Trainingsmöglichkeiten verbunden. In Keller wurde die "Germaniastube" eingerichtet. Hier haben die Mitglieder die Möglichkeit, nach dem Training noch gemütlich zusammen zu sitzen. Auch Schulungen, Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen finden dort statt.

Der Verein schaut mittlerweile auf fast 100 Jahre zurück und ist mit über 600 Mitglieder der größte Verein in Düppenweiler. Dies nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Arbeit, die unsere Übungsleiter leisten.

 

Wir waren und sind stets bestrebt, alte Traditionen zu pflegen und weiterzuführen. Darauf aufbaend orientiert sich unser sportliches Angebot am Zeitgeist mit seinen aktuelle Entwicklungen und den verbundenen Erkenntnissen der Sportmedizin, wie auch der Gesundheitsprävention. So haben wir in den vergangenen Jahren immer wieder neue Trendsportarten in unser Programm aufgenommen. Auf unserer Homepage geben wir einen Einblick in die Aktivitäten unseres Vereins.

 

Ein Verein, der über eine Vielzahl von Sparten verfügt, lebt auch von der Unterstüzung vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer. Unser herzlicher Dank gilt daher auch unseren Mitgliedern, Unterstüztern und Kooperationspartnern, die durch ihre aktive Mitwirkung und ihr Engagement wesentlich zum Gelingen unserer Vereinsarbeit beitragen. Jeder, der sich ehrenamtlich engagiert, kann bestätigen, dass ehrenamtliches Engagement sich lohnt. Neben spannenden und abwechslungsreichen Tätigkeiten lernt man viele interessante Menschen kennen. Die schönste Belohnung dabei ist letztlich nicht nur der Dank der vielen Kinder und Jugendlichen, sowie älterer Turnerinnen und Turner, sondern auch das persönliche Spaßerlebnis. Mitmachen lohnt sich!

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